Buffy Sainte-Marie: Vorsicht, Indianer!

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Buffy Sainte-Marie: Vorsicht, Indianer!

And he’s fighting for Canada, he’s fighting for France, He’s fighting for the USA
And he’s fighting for the Russians and he’s fighting for Japan
And he thinks we’ll put an end to war this way.Buffy Sainte-Marie: Universal Soldier
Folksängerin und Aktivistin
Buffy Sainte-Marie (Foto: Niederländisches National-Archiv, Den Haag)

Buffy Sainte-Marie (Foto: Niederländisches National-Archiv, Den Haag)

Buffy Sainte-Marie war eine der ganz großen Folk-Sängerinnen, in Deutschland kennt sie aber kaum jemand. Dabei hat sie ihre ersten Auftritte von Bob Dylan bekommen und Jonni Mitchell groß rausgebracht. Buffy Sainte-Marie singt gegen den Krieg, bekennt sich zu Drogen – und kämpft für die amerikanischen Ureinwohner.

Auf meiner Suche nach einem Protagonisten bin ich auf Claus Biegert gestoßen. Der Journalist ist Anfanng der 70er – er war damals nur knapp älter als ich jetzt – in die Reservate Nordamerikas gefahren. Landraub, staatliche Kindesentführungen, Umweltzerstörung – er hat erlebt, wie die Ureinwohner von der Landkarte getilgt werden sollten.

Völkermord ohne Tote

„Damit keine Beunruhigung entsteht für den Völkermord der Vergangenheit“, sagt Claus Biegert dann im Interview.

Der Journalist Claus Biegert (Foto: Anne Tritschler / IPPNW | CC 2.0 (creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/#))

„Wenn wir wüssten, wieviel Blut an den Rohstoffen haftet, die notwendig sind um unseren Lebensstil aufrecht zu erhalten, dann wären wir zögerlich und jede Werbung für die Produkte wäre ein Problem.“
(Claus Biegert, Foto: Anne Tritschler / IPPNW | CC 2.0)

Denn dadurch, dass die native americans in Reservaten abseits der großen Zentren untergebracht waren, existierten sie in den Köpfen der weißen Bevölkerung immernoch als die Jäger und Sammler, mit Pfeil und Bogen, auf den Rücken von Pferden und Spuren suchend.

In der Realität wurden die Indigenen weiter ihres Landes beraubt. Denn die USA und Kanada stillten ihren Energiehunger durch Atomkraftwerke und brauchten dafür Uran. Das meiste davon befand sich direkt unter den Reservaten der amerikanischen Ureinwohner. Tausende von Indianern sollten assimiliert werden, in die Städte verbracht und ihr Land wirtschaftlich nutzbar gemacht werden.

Auch Buffy Sainte-Marie wurde kurz nach ihrer Geburt in eine weiße Familie umgesiedelt. Sie sollte ihrer indianischen Wurzeln beraubt und als „Weiße“ aufwachen. Aber die glatten, schwarzen Haare, die hohen Wangen und die auffälligen Augen trieben immer wieder einen Keil zwischen sie und ihre Mitschüler. Einmal erzählt Buffy, dass es außer ihr nur noch einen Jungen gegeben habe, der indigene Wurzeln hatte.

'Indianer' - sagt man nicht! Trotzdem...
Weil Christoph Kolumbus meinte, den Seeweg nach Indien gefunden zu haben, werden die amerikanischen Ureinwohner bis heute noch missverständlich benannt.

Viele nennen sich deswegen „First Nations“ – weil sie zuerst dort waren. Ich habe mich in meinem Beitrag dennoch für den Begriff „Indianer“ entschieden. Als die native Americans in den 70er Jahren Widerstand gegen ihre Unterdrückung leistete, bedienten sie sich dabeia aller Klischees, die die Weißen von ihnen hatten: Pfeil, Bogen, Federschmuck.

Im Deutschen gibt es kein schöneres Wort dafür als „Indianer“.

By | 2016-10-29T18:09:17+00:00 Februar 20th, 2016|On Air|0 Comments

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