Flucht in die Zauberwelt: ETA Hoffmanns „Undine“

//Flucht in die Zauberwelt: ETA Hoffmanns „Undine“

Flucht in die Zauberwelt: ETA Hoffmanns „Undine“

WDR Zeitzeichen vom 03. August 2016:
Uraufführung der Oper „Undine“ von E.T.A. Hoffmann

Jede Generation braucht eigene Geschichten und Werte, an die sie glauben kann – auf diesen gemeinsamen Erzählungen entsteht dann Gemeinschaft. Deswegen hat 9GAG so einen Erfolg. Oder Kapitän Schwandt. Etwas, dass diese banale Existenz – denn das ist sie ohne Fantasie – auf ein anderes Level bringt und ihm einen ideellen Glanz verleiht.

E. T. A. Hoffmann hatte das ‚raus. In einer Zeit in der die Geschichten der Alten, also die der Kirchen, Fürsten oder Hexenverbrenner, ihre Autorität verloren haben. Genau wie jetzt auch. Die Erzählung vom geeinten Europa erodiert, den Massenmedien geht es ähnlich wie den Hochkirchen und eine laute, ängstliche Minderheit wendet sich der Gewalt zu – weil die Geschichten, die Hoffnung machen, ausgegangen sind.

Als romantischer Schriftsteller ist E.T.A. Hoffmann bis heute bekannt. Dass er auch als Komponist zu einigen Fantasy-Spektakeln fähig war, wissen aber nur wenige. Hoffmann erzählt von den tiefsten Ängsten und Wünschen eines durch die französische Revolution und Napoleons Feldzüge verunsicherten Europas.

Mit einem besonderen Gespür für Stimmungen nimmt der Mozart-Verehrer Hoffmann in seiner Zauberoper „Undine“ schon die ganze Romantik vorweg.

Undine, die Tochter des Wassergeistes Kühleborn, will sich einen menschlichen Gatten und damit eine Seele verschaffen. Auf dem Weg dorthin ziehen Wassergeister, tot geglaubte Kinder und liebestolle Ritter die Zuschauer in ihren Bann.

Komponistenkollege Carl Maria von Weber schwärmt von der Uraufführung: „Das geistvollste Werk, das uns die neuere Zeit geschenkt hat.“


Titelfoto mit freundlicher Genehmigung von Manoel Eisenbacher


By | 2016-10-29T19:30:07+00:00 August 3rd, 2016|On Air|0 Comments

About the Author:

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: